Die VR-Arbeit Reeducated von Sam Wolson ist mit dem VRHAMMY AWARD 2021 ausgezeichnet worden. Eine lobende Erwähnung erhielten Michelle & Uri Kranot für The Hangman at Home.

Die internationale Jury (Caroline Monnet, Künstlerin und Regisseurin, Kanada; Manuel Rossner,VR-Künstler, Deutschland und Tricia Tuttle, Festivaldirektorin BFI London Film Festivals, London) lobte Reeducated »eine neue Form des investigativen Journalismus in einer Arbeit, die ein Licht auf eine dringende menschliche Krise im Nordwesten Chinas wirft, eine politische Situation, die zu wenig bekannt ist.«

Reeducated ist eine Dokumentation des »New Yorker« über ein »Umerziehungslager« in Xinjiang. Drei Männer erinnern sich an ihre Inhaftierung in derselben Einrichtung. Seit 2016 haben die Behörden im chinesischen Xinjiang einen der umfangreichsten Polizeistaaten der Welt errichtet. Im Jahr 2018 wurden bis zu einer Million Menschen in einem riesigen Netzwerk von »Umerziehungszentren« festgehalten – wahrscheinlich die größte Masseninternierung von ethnischen und religiösen Minderheiten seit dem Zweiten Weltkrieg. Mit stundenlangen Zeugenaussagen aus erster Hand und handgezeichneten Animationen rekonstruiert der mehrfach preisgekrönte immersive Filmregisseur und Fotograf Sam Wolson die Erfahrung der Inhaftierung und politischen Umerziehung in einem immersiven dreidimensionalen Raum.

Die Jury vergab eine besondere Erwähnung an The Hangman at Home und lobte die ergreifende Erzählweise. »Der Einsatz von immersiven Techniken durch die Künstler fordert das Publikum auf, vollständig einzutauchen und die Umgebung zu erforschen, um ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Uns gefiel die Wahl der verschiedenen Perspektiven – von der wechselnden Position des Zuschauers bis hin zum direkten Blick der Protagonisten auf den Betrachter.«

In  The Hangman at Home erforscht das Künstler*innen-Duo Michelle & Uri Kranot als animiertes VR-Projekt das Unangenehme und Intime des Menschseins. Fünf miteinander verwobenen Geschichten präsentieren uns Menschen in heiklen Situationen: zerbrechlich, verspielt, erschrocken, nachdenklich, verwirrt, neugierig. Situationen, in denen wir uns alle sehr ähnlich sind, und die uns dazu anhalten, die eigene Verantwortung zu erkennen und unsere Handlungen zu hinterfragen.

Der Länderschwerpunkt Kanada bei VRHAM! 2021 mit vier Arbeiten im künstlerischen Programm wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec in Berlin. Ein Gespräch mit der Generaldelegierten von Québec in Deutschland, Elisa Valentin, über Innovationskraft und Synergien zwischen Kunst und Technologien.

VRHAM!: VR-Art hat in Québec einen hohen Stellenwert, es gibt viele VR-Studios, Festivals und eine lebendige Szene. Wie wichtig ist für Sie der internationale Austausch und die Sichtbarkeit dieser noch jungen Kunstform auf einem Festival wie VRHAM! in Hamburg?

ELISA VALENTIN: Québec zählt in Nordamerika und weltweit zu den Vorreitern im Bereich der immersiven und interaktiven Technologien und verfügt über eine fest etablierte, sehr aktive und dynamische Medienkunst- und VR-Szene, deren künstlerische und technologische Innovationskraft ihr einen besonderen Stellenwert im Kultur- und Kunstbereich, aber auch darüber hinaus in verschiedenen anderen Anwendungsbereichen zukommen lässt. Sie speist diese unter anderem aus der engen Verzahnung von Künstler*innen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, aber auch aus ihrer Zugewandtheit dem internationalen Austausch gegenüber. Das VRHAM! Festival ist dabei ein besonders relevanter Partner, da es sich sowohl mit der Vielfältigkeit immersiver Technologien als auch mit ihrer übergreifenden Relevanz für die Kultur- und Kunstwelt auseinandersetzt und dabei die lokalen und internationalen Akteur*innen in Dialog setzt.

V!: Mit vielen Akteur*innen aus Québec ist VRHAM! schon seit einigen Jahren in Kontakt, wie zum Beispiel mit dem Centre PHI. Québec ist in diesem Jahr mit mehreren Werken im Rahmen des Kanada-Fokus sowie mit der Multimedia-Künstlerin Caroline Monnet in der internationalen Jury für den VRHAMMY AWARD vertreten. Welches Potenzial sehen Sie in den Beziehungen zwischen Hamburg und Québec und konkret für die weitere Zusammenarbeit? 

EV: Québec feiert in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum seiner Präsenz in Deutschland. In dieser Zeit sind enge und vielfältige Beziehungen zu Deutschland in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur entstanden. Mit Hamburg hat sich dabei eine besonders fruchttragende Zusammenarbeit entwickelt, deren Weiterentwicklung und Vertiefung Québec eine besondere Bedeutung beimisst. Aufgrund der zahlreichen Gemeinsamkeiten aber auch der Komplementarität zwischen Québec und Hamburg wohnt dieser Kooperation ein starkes Potential inne. Und dies gilt auch für den Bereich der Medienkunst. Wir freuen uns sehr über die diesjährige Präsenz Québecs beim VRHAM! Festival und könnten uns auch eine künftige Zusammenarbeit gut vorstellen. Sowohl die weitere Vernetzung von Künstler*innen, Studios und Medienkunsteinrichtungen aus Québec und Hamburg, der Austausch von Knowhow als auch die Initiierung gemeinsamer Kultur- und Kunstprojekte wäre dabei sehr spannend.

V!: Der internationale Austausch ist für Sie von besonderer Relevanz. Viele reale Begegnungen konnten im letzten Jahr aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Hat das die Zusammenarbeit gebremst oder ist Neues entstanden?

EV: Die Pandemie stellt auch in Québec eine immense Herausforderung für die Kultur- und Kunstszene dar und hat die internationale Mobilität der Künstler*innen maßgeblich eingeschränkt. Gleichzeitig hat sie die Digitalisierung in vielen kulturellen Einrichtungen in Québec und weltweit beschleunigt und damit die internationale Reichweite und Sichtbarkeit ihrer Angebote gesteigert und internationale Kooperation gefördert. Auch Québec konnte in diesem Zusammenhang viele seiner Partnerschaften und Kooperationen weiterführen und sogar vertiefen. Neben den nun vielfältigeren digitalen Formen des Austauschs haben sich dabei unseres Erachtens auch seine Inhalte maßgeblich weiterentwickelt. Die Frage nach den Synergien zwischen Technologie und Kunst – bei der Erfahrbarmachung von künstlerischen und kulturellen Inhalten, ihrer Präsentation, Rezeption und ihres Vertriebs, aber auch im künstlerischen Schaffensprozess selber – nährt die Reflexion mit unseren internationalen Partnern zusehends und tiefgreifender.

Seit 2018 ist die Deutsche Telekom Festivalpartner und Hauptförderer von VRHAM!. Über die Magenta VR App kann ein Großteil des künstlerischen Programms des diesjährigen Festivals erlebt werden. Seit heute steht in der Magenta VR App neuer exklusiver von VRHAM! kuratierter Content zur Verfügung.  Ein Gespräch mit Wolfgang Groening, Vice President XR + Immersion bei der Telekom, über Kunst, immersive Welten und Zugänglichkeiten.

VRHAM!: Mit Magenta VR und der dazugehörenden App haben Sie bereits früh Räume geschaffen für neue Kunst- und Entertainmentwelten und sind für das VRHAM! Festival in Hamburg ein wichtiger Partner auch in Sachen Distribution. Welches Potenzial sehen Sie aktuell in virtueller Kunst?

WOLFGANG GROENING: Es ist spannend und beeindruckend zu sehen, wie offen und innovativ Künstler mit Technik umgehen, wie sie sie nutzen und deren Möglichkeiten ausloten. Dadurch schaffen sie etwas völlig Neues, verbinden anologe und virtuelle Sinneseindrücke. Von diesen Denkanstößen profitieren wir letztendlich alle, weshalb wir schon seit vielen Jahren Festivalpartner des VRHAM! sind. Es ist das erste Festival weltweit, das ausschließlich virtuelle Kunst zeigt. Mit unserer Magenta VR App können Interessierte in ganz Deutschland viele der audiovisuellen VR-Kunstwerke, 360-Grad-Filme und virtuelle Experiences zuhause erleben. Die App ist kostenlos für Smartphones im App-Store von Apple sowie im Google Playstore erhältlich.

V!: Die Pandemie hat unsere Lebensrealität eingeschränkt, das digitale und vernetzte Arbeiten dagegen befördert. War das vergangene Jahr ein Technologiebeschleuniger und wie haben Sie sich konkret aufgestellt? Gibt es neue Produkte und Orte für das Erleben virtueller Welten?

WG: Wir haben alle erlebt wie schnell wir Arbeitsprozesse digital umstellen mussten. Aus dieser Notwendigkeit sind neue Forderungen und Wünsche an Technologien entstanden. Ich denke auch, ein stärkeres Interesse der Öffentlichkeit an Technik und Innovation. Für die Deutsche Telekom ist Innovation ein starker Fokuspunkt. XR, VR, AR und MR sind Bereiche, die wir seit vielen Jahren vorantreiben – unter anderem mit unserem Tech-Inkubator hubraum. Seit diesem Jahr ist zum Beispiel die erste Mixed Reality-Brille Nreal Light in Europa erhältlich. Wir haben die Entwicklung dieser MR-Brille in einer Technologiepartnerschaft mit Nreal entscheidend vorangetrieben. Die Nreal Light soll künftig vor allem im Bereich AR einer breiten Öffentlichkeit, die Möglichkeit bieten, unsere Realität erweitert wahrzunehmen.

V!: Sie haben einmal gesagt, dass die Telekom dazu beitragen möchte, Innovationen in den Massenmarkt zu tragen. Wie wichtig ist für Sie Zugänglichkeit und digitale Teilhabe?

WG: Unser Ziel ist es, Möglichkeiten technisch zu erweitern und zu bereichern und das ist nur umsetzbar, wenn Technologien auch vom Markt angenommen werden. Nur, wenn sie für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar sind, können sie langfristig etabliert werden. Technik und Inhalte müssen für die Menschen gemacht werden. Mit der Kombination virtueller Kunst und dem direkten Zugang über die Magenta VR App tragen wir einen Teil zur unbegrenzten Teilhabe im Kunstsektor bei.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) setzt ihr Enagement für das VRHAM! Festival in diesem Jahr als Partner fort. Ein Gespräch mit Christine Faßnacht, Leiterin Content Marketing bei der DKB, über Kunstförderung, Digitalisierung und Virtual Reality als künstlerisches Medium:

VRHAM!: Warum engagiert sich die DKB für VR Kunst, welches Potenzial sehen Sie in der noch jungen Kunstform?

CHRISTINE FASSNACHT:  Als digitale Bank fühlen wir uns der digitalen Kunst natürlich besonders verbunden. Und Corona hat der Digitalisierung nochmals einen enormen Schub verliehen. Als wir uns damals Gedanken über die Ausrichtung des VR KUNSTPREISES der DKB in Kooperation mit CAA Berlin machten, konnten wir das noch gar nicht wissen. Wir wussten aber: Die Digitalisierung wird alle Lebensbereiche durchdringen. Die Bankwelt genauso wie die Kunstwelt. Und: Es ist wichtig, dass wir uns mit den neuen Möglichkeiten und Chancen auseinandersetzen. Mit unserem Selbstverständnis als nachhaltig wirtschaftende, digitale Bank geht einher, dass wir gesellschaftlich relevante Themen aufgreifen und vielversprechende Entwicklungen am Puls der Zeit fördern. Wir wollen auch reflektieren, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf den Einzelnen und auf die Gesellschaft hat. Und das haben unsere Stipendiat*innen in ganz wunderbaren Arbeiten reflektiert. Die Arbeit von zwei Preisträgerinnen – Patricia Detmering und Lauren Moffat – werden auch auf dem VRHAM! Festival bzw. auf einem von VRHAM! kuratierten Chanel in der Magenta VR App zu sehen sein, was mich besonders freut.

VR: Die DKB hat erstmals 2020 in Kooperation mit der Contemporary Arts Alliance (CAA) den VR-Kunstpreis ausgeschrieben. Die Preisträger*innen stehen fest und es gibt zurzeit eine Ausstellung in Berlin. Wie kam es zu der Idee und der Kooperation mit der CAA?

CF:  Ja, die Ausstellung »Resonanz der Realitäten« ist noch bis zum 4. Juli im Haus am Lützowplatz zu sehen. Sie zeigt die fünf für den VR KUNSTPREIS nominierten künstlerischen Positionen von Banz & Bowinkel, Evelyn Bencicova, Patricia Detmering, Armin Keplinger und Lauren Moffatt. Lauren Moffatt hat übrigens den 1. Platz des VR KUNSTPREIS gewonnen. Wir sind sehr glücklich diese spannenden Arbeiten – die sich alle ganz unterschiedlich mit dem Medium VR in der Kunst beschäftigen – einem größeren Publikum zugänglich machen zu können. Übrigens hatten wir 104 Einreichungen, alle von sehr hoher Qualität, und das zeigt, dass VR als Medium in der Kunst mehr und mehr angewandt wird. Wie es zu der Idee kam? Wir hatten uns schon länger mit dem Gedanken getragen, unser Kunstengagement mit einem gesellschaftlichen Mehrwert neu auszurichten – und vor allem mit digitalem Fokus. Mit der CAA Berlin arbeiten wir schon seit mehreren Jahren zusammen. Das Schöne ist, dass wir uns perfekt ergänzen: Die CAA bringt als Partnerin ihr Netzwerk und das Kunstbetriebs-Knowhow mit, und wir als Bank die Leidenschaft, Neues zu gestalten und dabei auch mal fernab des Mainstreams zu denken bzw. zu fördern. Im Laufe unserer Überlegungen kam dann der Kontakt mit Tina Sauerländer zustande, unsere künstlerische Leiterin, Kuratorin und ausgewiesene VR-Kunst-Expertin. Tina hat den VR KUNSTPREIS dann auch wesentlich mitkonzipiert. Es ist also echtes Teamwork!

VR: VR Kunst und DKB ist nun auch dank des Engagements für VRHAM! eng miteinander verknüpft, und Teil der weltweiten Gemeinschaft. Gibt es Konzepte für die Zukunft?

CF: Konkrete Konzepte noch nicht, aber natürlich sehr viele Ideen! Wir haben uns vorgenommen im Sommer mit etwas Abstand und Ruhe in die Retrospektive zu gehen und zu überlegen wie wir unser Engagement weiter gestalten möchten. Was macht Sinn?  Wie können wir Dinge intelligent miteinander verknüpfen? Wie sieht die Post-Corona-Welt aus? Gerade der Kunst- und Kulturbetrieb hat ja sehr gelitten und ich denke wir fragen uns hier alle: Wie geht es weiter?

Das VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival findet in diesem Jahr als hybride Festivaledition statt. Vom 4. bis 12. Juni werden weltweit die neuesten Virtual- und Augmented Reality Kunstwerke gezeigt – vor Ort im Hamburger Oberhafenquartier und online in der vom Berliner VR-Studio INVR.SPACE kreierten virtuellen Venue VRHAM! VIRTUAL. 

»Wir freuen uns sehr, mit VRHAM! Anfang Juni ein wenig Festivalflair nach Hamburg zurückzubringen. Auch ein Festival für virtuelle Kunst lebt von der Begegnung und dem Austausch, all das haben wir im vergangenen Jahr sehr vermisst. Wir sind sicher, dass wir mit unserer Kombination aus virtuellem (VRHAM! VIRTUAL) und physischem Veranstaltungsort (Hamburger Oberhafen) allen Besucher*innen in Hamburg und weltweit ein umfassendes und aufregendes Kunsterlebnis bieten«, sagt Ulrich Schrauth, Künstlerischer Leiter.

Programm & Länderschwerpunkt

18 Kunstwerke aus 15 Ländern sind aus über 200 Einreichungen für die VREXHIBITION, das VR CINEMA (in Zusammenarbeit mit Magenta VR der Telekom) und die IMMERSIVE INSTALLATIONS ausgewählt worden. Darunter Arbeiten, die sich mit transzendenten Naturerfahrungen (The Forest Inhales You), mit Zukunftsvorstellungen (Aporia), Formen der Geschichtsschreibung und der Erinnerungskultur (Reeducated) auseinandersetzen oder tief in das  Private, das Intime (The Hangman at Home) eintauchen. Mit seinem Projekt Chaotic Body, das Alexander Whitley als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ins Leben gerufen hat, erforscht der britische Choreograf, wie Tanz in einer rein digitalen Form existieren kann und wie sich menschliche Bewegungen durch den Einsatz digitaler Technologien in Augmented Reality visualisieren lassen. Chaotic Body ist während des VRHAM! Festivals exklusiv im Hamburger Oberhafen zu sehen.
Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Kanada, dort hat VR als Kunstform einen hohen Stellenwert. Insgesamt werden vier Arbeiten von Künstler*innen-Teams aus Kanada im Rahmen des Programms gezeigt, darunter vor Ort in Hamburg die Installation Forward vom Studio Iregular.

Eröffnung & Abschluss

Die digitale Eröffnungsfeier am 4. Juni um 19 Uhr mit Reden, Talks und Livemusik ist zugleich auch Awardshow. Der mit 5.000 Euro dotierte VRHAMMY Award geht an die beste internationale VR-Produktion des diesjährigen Ausstellungsprogramms und wird mit freundlicher Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Anwesenheit der Künstler*innen und der internationalen Fachjury (Caroline Monnet, Künstlerin und Regisseurin; Manuel Rossner, VR-Künstler; Tricia Tuttle, Festivaldirektorin, London Film Festival) vergeben. Zum Festivalabschluss haben beim »VR Punk Pitch-Battle« in Kooperation mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein Künstler*innen fünf Minuten Zeit, ihre Projektidee möglichst kreativ und überzeugend einer Fachjury zu pitchen. Der kreativste Kopf wird bei der anschließenden Closing Ceremony verkündet und hat die Chance auf bis zu 10.000 Euro Ideenförderung.

Diskursprogramm

Ein umfangreiches Diskursprogramm mit Keynotes, Artist Talks und Panels ist online über die verschiedenen VRHAM!-Kanäle mit oder ohne VR-Brillen zugänglich und ergänzt den realen Festivalbesuch vor Ort. Ein Großteil der Veranstaltungen findet im Rahmen von VRHAM! FORWARD statt, einem Programm, das Virtual und Augmented Reality im Bereich der darstellenden Künste erforscht. VRHAM! FORWARD wird vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien gefördert und in Kooperation mit dem Institut für Zukunftsforschung (ITZ) am Zimmertheater Tübingen umgesetzt. Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes REAL-IN lädt VRHAM! als einer von fünf Partnern am 11. Juni außerdem zu einer ganztägigen Convention zu interaktiver und digitaler Kunst ein. Eröffnet wird die Fachkonferenz von Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie a.D..

VRHAM! im Stadtraum

Mit einer Plakat- und Werbeaktion geht VRHAM! in diesem Jahr in den Stadtraum. Über einen QR-Code können Hamburger*innen schon vor Festivalbeginn bei ihrem Spaziergang durch die Straßen selber in die virtuelle Welt eintauchen. Keep your eyes open!

Zugang zum Festival

Das VRHAM!-Festival vor Ort im Hamburger Oberhafenquartier kann mit einem fest gebuchten Ticket und individuellem Zeitslot für die VREXHIBITION  (60 Minuten, frei wählbare Kunstwerke) und das VR CINEMA (30 Minuten, vorkuratiertes Programm besucht werden. Alternativ ist es möglich, das gesamte Festivalprogramm bequem von zu Hause aus live mit dem Laptop oder PC, mit mobilen VR-Brillen oder mit High-End-VR Brillen zu verfolgen. Das nötige VR Equipment kann dafür zu einem günstigen Preis bei VRHAM! für eine begrenzte Zeit ausgeliehen und zum Teil auch im Festivalzeitraum abgeholt werden. Der Zugang zur digitalen Festivalausgabe erfolgt über die Festival-App VRHAM! VIRTUAL (www.vrham.de/dabeisein). Zusätzlich kann ein Großteil der Kunstwerke über die interaktive App Magenta VR des Festivalpartners Deutsche Telekom erlebt werden. Dazu werden gestreamte Museumsrundgänge, Videomaterial, 360-Video-Filme sowie alle Panels, Workshops und Liveacts inklusive Eröffnung und Abschluss vom 4. bis 12. Juni 2021 auf dem VRHAM!-YouTube-Channel übertragen.

Tickets
Buchung von festen individuellen Zeitslots über Eventbrite oder Resttickets direkt an der Tageskasse auf dem Festivalgelände. Da die Tickets begrenzt sind empfehlen wir euch die einfache Online-Buchung vorab. VREXHIBITION/ 60 Minuten: 11 Euro; VR CINEMA/30 Minuten: 6 Euro

Öffnungszeiten
5.  – 6. Juni: 11.00 – 21.00 Uhr; 7. – 11. Juni: 14.00 – 21.00 Uhr; 12. Juni 11.00 – 18.00 Uhr

Alexander Whitley

Chaotic Body 2: Liminal Phase ist ein auf Motion Capture basierender digitaler Tanzfilm für Bildschirm und Augmented Reality, der inspiriert ist von der Chaostheorie, den darin beschriebenen dynamischen Prozessen und den damit verbundenen geometrischen Mustern in der Natur. Die Arbeit für zwei Tänzer*innen legt den Schwerpunkt auf den menschlichen Atem, um die Grenzen zwischen Körper und Umgebung aufzulösen.

Diese Arbeit ist exklusiv vor Ort im Hamburger Oberhafen zu sehen

Credits

Laufzeit 6 Minuten
Regisseurin / Künstlerin Alexander Whitley
Choreograph Alexander Whitley
Komponist*in Missy Mazzoli
Digital Artists Uncharted Limbo Collective
Digital Artists (AR) Fenyce
Tänzer*innen Hannah Ekholm, David Ledger
Producerin Donna Meierdiercks
Projektkoordinatorin Emi Del Bene

United Kingdom, 2021

Sabrina Ratté

Inspiriert von den Schriften von Donna J. Haraway, Ursula K. Le Guin und Greg Egan, taucht das Werk in eine spekulative Zukunft ein, in der Proben ausgestorbener Pflanzenarten konserviert und in einem virtuellen Archivraum ausgestellt werden. Floralia ist eine Simulation von Ökosystemen, die aus der Verschmelzung von Technologie und organischer Materie entstanden sind, wo Vergangenheit und Zukunft in einer fortwährenden Spannung der Gegenwart koexistieren.

   
Die kanadischen Projekte sind Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021. Sie werden unterstützt durch das Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec in Berlin.

Zugang


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Video-Link: https://vimeo.com/495506631

Credits

Regisseurin / Künstlerin Sabrina Ratté
Soundtrack  Andrea-Jane Cornell
Technische Unterstützung Sporobole, 0/1

Kanada, Frankreich, 2020

VOLNA

Die Installation ist inspiriert von stillgelegten Fabriken, Relikte einer vergangenen Industriemacht, deren Potenzial seit vielen Jahren ungenutzt brach liegt. Während sich in einigen Hallen kleine halb-legale Unternehmen eingerichtet haben, sind die meisten zu Ruinen verkommen. Powerline ist ein Kurzschluss, der durch diese Umstände verursacht wird. Angetrieben von einer generativen Beat-Struktur erzeugen die sichtbaren Linien einen pochenden, 15 Meter langen Bogen, der den Raum mit elektrischem Summen und Licht füllt.

Zugang


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Video-Link: https://vimeo.com/215536928

Credits

Künstlerinnen VOLNA

Russland, 2020

Matthew Biederman

Morphogerador ist eine Reflexion über biologische Prozesse, die Farbstrukturen erschaffen, wie wir sie beispielsweise bei Morpho-Schmetterlingen oder diversen Käferarten sehen. Dafür werden ähnliche Algorithmen verwendet, wie sie auch zur Beschreibung biomorphologischer Vorgänge zum Einsatz kommen, und es wird ein System erschaffen, das sich stetig wandelt und dennoch stabil bleibt. Unsere Perspektive ändert sich dabei kontinuierlich – mal kommen wir der Struktur näher, mal entfernen wir uns. Niemals erreichen wir aber eine vollkommene Ansicht auf das Geschehen, was uns schließlich die Begrenztheit unseres Blickfeldes erkennen lässt.

   
Die kanadischen Projekte sind Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021. Sie werden unterstützt durch das Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec in Berlin.

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Video-Link: https://vimeo.com/346196881

Credits

Künstler  Matthew Biederman

Kanada / Portugal, 2018

Studio Iregular

Die Videoinstallation Forward zeigt zwei digitale Tunnel, die ihre Form, Muster und Richtung unendlich oft ändern. Dies geschieht mit Hilfe einer Software, die sekundenweise Wahrscheinlichkeiten berechnet, was zu zufälligen audiovisuellen Iterationen führt, die niemals gleich sind. Der Tunnel ist ein Verweis auf die Zukunft, die so instabil und zerbrechlich ist, dass allein der Gedanke an sie ihren Verlauf ändern kann. Sie entwickelt sich ständig weiter, zeichnet sich jeden Augenblick neu und unterstreicht damit die Sinnlosigkeit, sich zu sehr um das Kommende zu sorgen.

   
Die kanadischen Projekte sind Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021. Sie werden unterstützt durch das Canada Council for the Arts, die Regierung von Kanada (Botschaft von Kanada) und die Vertretung der Regierung von Québec in Berlin.

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Video-Link: https://vimeo.com/131502533

Credits

Künstlerische Umsetzung Studio Iregular

Kanada, 2015